| Malawi - das warme Herz Afrikas | ||||||||
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Malawi ist ein kleines Land im Südosten Afrikas. Die Hauptstadt ist seit 1975 Lilongwe, das wirtschaftliche Zentrum ist Blantyre im Süden. Das Krankenhaus Kapiri, das wir unterstützen, liegt im Westen, in der Nähe der Grenzstadt Mchinji. Ein großer Teil des Staatsgebiets ist Wasser: der Malawisee, der als Teil des ostafrikanischen Grabenbruchs der drittgrößte Süßwassersee des Kontinents ist. Die Bevölkerung, etwa 10 Millionen Menschen, lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, es gibt keine bedeutenden Bodenschätze. Das Land ist mit eines der am dichtesten besiedelten Afrikas. Im südlichen Landesteil leben 125 Menschen/km2, damit etwa halb so viele, wie in der BRD. Auch im Zeitalter von HIV/AIDS wächst die Bevölkerung weiter. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, die freundlichen Menschen machen einen Besuch aber zu einem sehr angenehmen Erlebnis. Die grösste Stammesgruppe, die Chewa, haben ihre Sprache, Chichewa, zur Amtssprache gemacht. Englisch, die Sprache der Kolonisatoren, ist weitere Amtssprache, wird aber auf dem Land kaum gesprochen. Malawi war bis 1964 britische Kolonie, und damals als Nyasaland bekannt. Die Kolonie befand sich in einer Föderation mit Nord- (Sambia) und Südrhodesien (Simbabwe). Sambia wurde im gleichen Jahr unabhängig, Simbabwe erst 1980. Der starke Mann, "Präsident auf Lebenszeit" Dr Hastings Kamuzu Banda, regierte das Land mit seiner Malawi Congress Party (MCP) im Stil einer Ein-Parteien-Diktatur bis 1994. Etwa 2000 Menschen verschwanden pro Jahr, der Besitz war fast ausschliesslich in den Händen der Elite. Es war Männern verboten, lange Haare zu tragen, und Frauen durften keine Hosen anziehen. |
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Im Jahr 1994 fand, unter anderem auf Druck der katholischen Bischöfe, eine Volksabstimmung über das zukünftige Regierungswesen statt. Kamuzu verlor, und verliess das Land. 10 Jahre lang wurde Malawi von Bakili Muluzi und seiner United Democratic Front (UDF) regiert. Die Repressalien wurden weniger, aber Kriminalität, Misswirtschaft und Gewalt nahmen deutlich zu. Das Land erlebte mehrere Hungersnöte, die Nahrungsmittelversorgung ist mittlerweile aufgrund der astronomischen Düngerpreise, Landknappheit und Unregelmäßigkeiten in der Regenzeit für die meisten Menschen nicht mehr gesichert. Die letzte Hungersnot ereignete sich im Jahr 2002, damals setzten Dürre und später schwere Regenfälle der Landwirtschaft schwer zu. Das Land hatte auf Geheiß des internationalen Währungsfonds seine staatlichen Maisreserven verkauft, und hatte keine Lebensmittel mehr, um die hungernde Bevölkerung zu versorgen. Als Reiseziele bieten sich See und Nationalparks an. Trotz der Entwicklung in den letzten Jahren gilt Malawi für afrikanische Verhältnisse als relativ sicher (s. Auswärtiges Amt). Es ist aber unbedingt erforderlich, sich vor einer Reise medizinisch beraten zu lassen, da man mit der Malaria nicht spaßen darf. |
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