Kapiri Chipatala - das Krankenhaus Kapiri
Das Krankenhaus Kapiri existiert seit 1979. Unser Verein unterstützt es seit 2000. Es befindet sich im Westen der Central Region, in der Nähe der Grenze zu Sambia (s. Karte). Die Missionsschwestern haben einige Kontake nach Deutschland, und haben öfters Besucher empfangen. Wir lernten Kapiri als Medizinstudenten kennen, als wir dort ein Praktikum absolviert haben. Nach der Rückkehr wollten wir den Menschen dort weiter helfen, und gründeten den Unterstützerverein.

"Kapiri" heißt eigentlich nur "auf dem Berg", und zeigt, wo das Krankenhaus ursprünglich liegen sollte - letztendlich wurde aber ein anderer Platz für die Missionsstation gewählt. Zuerst gab es nur eine Ambulanz und die Geburtshilfe, mittlerweile stehen fünf Häuser mit überdachten Verbindungsgängen.
Das Krankenhaus Kapiri dient einer Bevölkerung von über 50.000 Menschen im sehr ländlichen Mchinji Distrikt. Die Menschen leben überwiegend als selbständige Kleinbauern in ihren Dörfern, oder als Tagelöhner auf den Tabakplantagen - die am schlechtesten bezahlte Arbeit, die es gibt. Und so gehören die Menschen in Kapiri zu den Ärmsten im Land.

Hier befinden sich Amublanz, Apotheke und Verbandsraum

Die Krankheiten, an denen die Menschen leiden, variieren mit den Jahreszeiten. Ab Oktober kommen zunehmend viele Hungernde und Abgemagerte ins Krankenhaus, da zu dieser Zeit vielen Familien bereits die Nahrungsvorräte ausgehen. Während der Regenzeit (November bis April) grassiert besonders die Malaria, da die Anophelesmücke, die Malaria überträgt, zu ihrer Vermehrung Feuchtigkeit braucht. Die Malaria kann allerdings mit Medikamenten gut geheilt werden, wenn sie rechtzeitig behandelt wird.
Auch im Distrikt Mchinji hat sich HIV/AIDS im letzten Jahrzehnt deutlich ausgebreitet, es sind etwa 15% der Menschen infiziert. Und so kommen viele AIDS-Patienten nach Kapiri, die durch ihre Immunschwäche an Durchfall, Tuberkulose oder bösartigen Tumoren leiden. Die Schwestern haben große Anstrengungen unternommen, und mit unserer Hilfe können in Kapiri jetzt etwa 70 Erwachsene und 6 Kinder die lebensverlängernden HIV-Medikamente erhalten. Mehr über das AIDS-Projekt erfahren Sie hier.

Männer- Frauen- und Mangelernährtenstation
Die meisten Patienten in Kapiri sind allerdings Kinder. Das liegt daran, dass Kinder bis 3 Jahren noch sehr anfällig für Malaria sind, ältere Kinder und Erwachsene entwickeln in Malawi eine Teilimmunität dagegen. Meistens können die Kinder mit Bluttransfusionen und Chinin geheilt werden, wenn die Eltern sie noch rechtzeitig bringen. Leider geschieht das aber allzu oft nicht.

Achtung: Reisende haben keine Immunität gegen Malaria, und sind sehr gefährdet, Malaria zu bekommen. Da die Krankheit unbehandelt oft tödlich verläuft, ist es nötig, Medikamente zur Vorsorge einzunehmen. Lassen Sie sich vor einer Reise in ein Malariagebiet (oder generell in tropische Gebiete) unbedingt beraten. Adressen finden Sie hier.

Viele Kinder kommen aber auch mangelernährt, mit Hirnhautentzündung oder AIDS. Dank einem neuen Antibiotikum (Ceftriaxon), das wir für Kapiri finanzieren, überleben viele der an Hirnhautentzündung erkrankten Kinder. Seit Juni gibt es auch Behandlungsmöglichkeiten für Kinder mit AIDS. Das Kinder-AIDS-Projekt wurde von unserem Verein initiiert. Wir haben die nötigen Medikamente gekauft, das Personal geschult... und sind sehr glücklich über den kleinen Erfolg, der sicher noch wachsen wird....

Malariaparasiten im Blut

Malaria glücklich überstanden
Mittlerweile hat das Krankenhaus 70 Betten, die auf 6 Stationen verteilt sind. Es gibt eine Männer- und eine Frauenstation, den Kreissaal und die Wöchnerinnenstation, eine allgemeine Kinderstation, und die Einheit für mangelernährte Kinder, sowie einige Einzelzimmer für Schwerstkranke.

Das Krankenhaus wird von Schwestern eines katholischen Ordens geleitet. Eine der Schwestern, Maria-José (links unten), ist die leitende Ärztin, Schwester Innocentia (rechts unten) kümmert sich um die Hauswirtschaft, Schwester Inmaculada (rechts) verwaltet die Finanzen und Bautätigkeiten, Schwester Clotilde (hinten) arbeitet in der Apotheke, und Schwester Angelina (Mitte) arbeitet als Lehrerin in der nahegelegenen Schule.

Die Schwestern und ihre einheimischen Angestellten sind über die Jahre zu einem hervorragenden Team zusammengewachsen. Dadurch, dass die Schwestern immer vor Ort sind, und gut Chichewa sprechen, kennen sie die Probleme und Bedürfnisse der Einheimischen. Ihr Engagement, das wir während unserer Besuche kennengelernt haben, hat bereits sehr vielen Menschen aus einer gesundheitlichen oder materiellen Notlage geholfen. Dafür sind ihnen zahllose ehemalige Patienten, AIDS-Kranke und Arme dankbar. Mit diesen Seiten möchten wir ihnen und ihrer selbstlosen, bewundernswerten Arbeit ein Denkmal setzen.

Der Betrieb des Krankenhauses (Mediamente, Laborbedarf, Spritzen, Verbandsmittel) finanziert sich überwiegend aus Spenden aus Spanien und Deutschland. So müssen jährlich 60.000 € aufgebracht werden, um Kapiri weiter betreiben zu können, und den Menschen in der Region Heilung oder Linderung ihrer Beschwerden zu bringen. Darüber hinaus möchten wir das Kinder-AIDS-Projekt erweitern, so dass mehr Kinder von der Behandlung profitieren können, und als Fernziel soll ein Röntgengerät für Kapiri gekauft werden.

Wenn Sie uns dabei helfen wollen, würden wir uns sehr freuen: wie Sie uns helfen können, steht hier.